Winter setzt Versicherern zu
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Es gibt wohl keine andere Sparte, die so standhaft und dauerhaft versucht glaubhaft zu machen, dass sie nicht von der Wirtschaftskrise betroffen sind wie Versicherungswirtschaft in Deutschland. Nun zog die Branche eine Bilanz zum vergangenen Jahr. GdV-Präsident Rolf-Peter Hoenen sagte in Berlin, dass sich die Branche sehr zufriedenstellend geschlagen habe. Um 4,1 Prozent stiegen die eingenommenen Beiträge auf 171,4 Milliarden Euro. Auch für das aktuelle Jahr 2010 ist die Zuversicht ungetrübt und sie rechnen weiterhin mit stabilen bis leicht wachsenden Einnahmen im Bereich des Beitrags. Doch ein genauer Blick auf die unterschiedlichen Sparten in der Versicherung zeigt, dass sich lange nicht alle so gut geschlagen haben.
55 000 Blech- und Personenschäden mehr
Vor allem die Sachversicherer wurden ganz schön gebeutelt. Begründet liegt dies in dem harten und langen Winter, der hinter uns liegt. Hier kam es zu zahlreichen Verkehrsunfällen und Stürzen und auch das Sturmtief „Xynthia“ kostete diesen eine halbe Milliarden Euro. Die Kraftversicherer mussten alleine in den Monaten von Dezember bis Februar 55 000 Blech- und Personenschäden mehr als im Jahr zuvor regulieren. Auch wenn für das Regulieren oftmals nur Teile Zubehör und Ersatzteile gezahlt werden mussten, schlägt es auf das Budget der Versicherer. Der stellvertretende Vorsitzende des Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung erklärte, dass dies im Vergleich zum Vorjahreswinter eine zusätzliche Belastung von 230 Millionen Euro darstellt.
Die Versicherungskunden profitieren aber trotz der hohen Ausgaben seitens der Versicherungen vom Kampf auf dem Wettbewerbsmarkt, der zur Zeit im Bereich der KFZ-Versicherungen ausgetragen wird. Dieser ist dafür verantwortlich, dass die Prämien in den vergangenen Jahren kontinuierlich sinken. Denn in der heutigen Zeit zahlen Versicherte für ihre Haftpflichtversicherung wesentlich wie die Kunden in der Mitte der 80er Jahre. Trotzdem hinterlassen die wesentlich höheren Schäden und der ruinöse Wettbewerb ihre Spuren. Inzwischen beläuft sich der versicherungstechnische Verlust auf 700 Millionen Euro. Außerdem ist die Wirtschaftskrise bereits vor dem Arbeitsgericht angekommen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegt die Zahl der Rechtschutzfälle im Arbeitsrecht um 13 Prozent und erreicht nun eine Zahl von mehr als 642 000 Fälle. Insgesamt gesehen beliefen sich die Ausgaben der Versicherer für Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Chef auf mehr als eine halbe Milliarde Euro.
Auch „Xynthia“ trägt zum Schaden bei
Auch das Sturmtief „Xynthia“, welches Deutschland vor einigen Wochen heimgesucht hat und ein Spur der Verwüstung in vielen Landstrichen der Bundesrepublik hinterließ, hat für große Löcher in der Bilanz der Versicherer hinterlassen. Alleine bei Kraftfahrt- und Wohngebäudeversicherungen schlägt alleine dieses Sturmtief mit einer halben Milliarde Euro zu Buche. Die Beitragseinnahmen insgesamt lagen im Jahr 2009 im Bereich der Sachversicherungen bei 54,6 Milliarden Euro. Damit erreichen diese wieder ein Niveau vergleichbar mit dem 2008.
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